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Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Psychiatrie mit offenen Türen - Ein erfolgreicher Weg zu mehr Freiheit und Sicherheit

01.04.2025

Die Referenten Gernot Walter und Riccardo Biedebacher (v.l.n.r) eläutern den erfolgreichen Weg zu mehr Freiheit und Sicherheit in der psychiatrischen Pflege. (c) Matti Merker, Landkreis Darmstadt-Dieburg

Darmstadt-Dieburg / Groß-Umstadt. Rund 80 Fachkräfte aus der psychiatrischen Pflege aus 11 Kliniken aus dem Rhein-Main-Gebiet nahmen an der 17. Kooperationsfortbildung Psychiatrische Pflege im Zentrum für Seelische Gesundheit der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg teil. Im Mittelpunkt stand das Thema "Psychiatrie mit offenen Türen" – eine Entwicklung, die in Groß-Umstadt seit 2019 erfolgreich umgesetzt wird.

In Vorträgen und Workshops wurde unter anderem intensiv darüber diskutiert, wie sich die Öffnung der Stationen auf Patienten und Personal auswirkt. Bereits seit Mitte 2019 wurde der Weg zu einem offenen Konzept konsequent beschritten. Seit Ende 2019 sind die Stationen P1 und P3 weitestgehend offen, während P2 regelmäßig geöffnet wird, mittlerweile über 50 Prozent der Zeit offen geführt wird. Wichtig war dabei eine klare Haltung der Leitung und des Teams.

„Die Umstellung auf ein offenes Konzept war ein bewusster Schritt, der von Beginn an von einer klaren Vision getragen wurde. Es war entscheidend, dass das gesamte Team hinter dieser Veränderung steht und die Patienten in diesen Prozess einbezogen wurden,“ erklärte Riccardo Biedebach, einer der Referenten der Veranstaltung.

Die Erfahrungen mit den offenen Türen sind durchweg positiv: Patienten empfinden mehr Eigenverantwortung, und auch für das Personal hat sich die Arbeitssituation entspannt. Wesentliche Aspekte wie Sicherheit und Schutz gefährdeter Personen wurden dabei stets berücksichtigt. „Es gibt weiterhin zwei Isolationsräume pro Station für Patienten, die besondere Schutzmaßnahmen benötigen. Dennoch zeigt sich, dass durch die offenen Türen insgesamt weniger Zwangsmaßnahmen erforderlich sind,“ betonte Gernot Walter, leitende Pflegekraft am Zentrum für Seelische Gesundheit.

Die Veranstaltung bot neben dem Hauptvortrag auch die Möglichkeit, sich im Rahmen von Workshops über Best Practices auszutauschen. Dieses Mal ging es um langfristige Begleitung vom Menschen mit Alkoholabhängigkeit, Implementierung des Safewards-Konzepts sowie die Etablierung von Trainee-Programmen für neue Mitarbeiter. Ergänzt wurde dies mit Führungen durch das Zentrum in kleinen Gruppen.  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Eine moderne Psychiatrie lebt von Haltung und Kompetenz der Mitarbeitenden und kann von offenen Türen profitieren – sowohl für die Patienten als auch für das Personal.

mm

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